Wenn Menschen an Spanien denken, kommen ihnen sonnenverwöhnte Strände, reiche Kultur und leckeres Essen in den Sinn. Spanien ist nach dem Nachbarland Frankreich mit fast 100 Millionen internationalen Besuchern pro Jahr das am zweithäufigsten besuchte Land der Welt. Doch wusstest du, dass Spanien auch einige außergewöhnliche Tauchplätze zu bieten hat?

Die fast 8.000 km lange spanische Küstenlinie berührt sowohl das Mittelmeer als auch den Atlantik und umfasst zwei Inselarchipele. Wenn du das mit einem wachsenden Netzwerk von Meeresschutzgebieten kombinierst, die heute 12 % der Meeresgewässer des Landes bedecken, wird dir klar, warum deine nächste Tauchreise nach Spanien gelten sollte.

Hier sind 11 der besten Tauchplätze, die du in Spanien finden kannst.


Küstenlinie mit einem Leuchtturm am Cabo de Palos in Spanien und grasbewachsenem Meeresboden mit Fischen unter Wasser, geteilter Blick halb über und halb unter der Wasseroberfläche, Mittelmeer, Cartagena, Murcia

1. Cabo de Palos (Murcia)

Cabo de Palos an der Südostküste Spaniens in Murcia ist dank des Meeresschutzgebiets „Islas Hormigas“ ein Reiseziel von Weltklasse. Dieses Schutzgebiet, das wegen seiner großen Artenvielfalt als eines der besten Europas gilt, beherbergt Schwärme von Barrakudas, riesige Zackenbarsche, Muränen und gelegentlich auch Sonnenbarsche. Obwohl das Tauchen direkt von den Inseln aus Gründen des Schutzes verboten ist, ermöglicht ein Anlegesystem den Zugang zu den lebhaften Unterwasserzinnen, den so genannten „Bajos“.

Fans des Wracktauchens sollten sich das Handelsschiff El Naranjito anschauen, das 1946 gesunken ist und dabei seine Ladung an Orangen (span. naranjas, daher der Name!) verloren hat. Heute liegt es zwischen 26 und 40 Metern und bietet einen unvergesslichen Tieftauchgang.


Zackenbarsch der Medes-Inseln

2. Medes-Inseln (Girona, Katalonien)

Die Medes-Inseln vor der Costa Brava in Katalonien sind ein weiterer Top-Tauchspot Spaniens. Die Inseln liegen im Naturpark Montgrí und sind seit über 30 Jahren geschützt. Dadurch konnte sich die Unterwasserwelt gut entwickeln und du kannst dich auf Fischschwärme, Tintenfische, Nacktkiemer und die wahrscheinlich größten Zackenbarsche freuen, die du je gesehen hast.

Nicht nur die Tierwelt ist beeindruckend, auch die Unterwasserlandschaften werden dich begeistern. Es gibt viele Höhlen, Tunnel und Felsformationen, die die vielen Tauchplätze rund um die Inseln zu einem Erlebnis machen.


Unterwasserfotografie in La Herradura, Granada, Andalusien, Spanien. Gelbe Knollenanemone.

3. La Herradura und Marina del Este (Granada, Andalusien)

Das Schöne am Tauchen in Spanien ist, dass du es mit viel Tourismus kombinieren kannst. In Granada kannst du zwischen den Tauchgängen die Alhambra besichtigen, Tapas essen gehen oder eine Flamenco-Show genießen. Im Naturpark Cerro Gordo findest du einige der am besten zugänglichen und schönsten Tauchplätze der Region.

Die Bucht von La Herradura und die Tauchplätze in Marina del Este sind bekannt für ihr ruhiges, klares Wasser und ihre sanften Bedingungen. Das macht sie ideal für Anfänger und entspannte Tauchgänge.

Unter der Wasseroberfläche findest du eine Mischung aus felsigen Riffen und sandigen Böden, in denen es von Zackenbarschen, Oktopoden, Muränen und vielen bunten Fischen wimmelt. Es gibt verschiedene Routen, die du nehmen kannst, um die Tauchplätze zu erkunden. Doch was auch immer du tust, vergiss nicht, nach oben ins Blau zu schauen. Manchmal siehst du Adlerrochen oder Sonnenfische vorbeiziehen!


Galizischer "Gewöhnlicher Kraken" (Octopus vulgaris) in seiner Höhle

4. Rías Baixas (Galicien)

Wenn du ein Taucherlebnis der anderen Art suchst, wirst du die Rías Baixas in Galicien an der nordwestlichen Atlantikküste Spaniens lieben. Das Wasser ist hier kühler als im Mittelmeer, doch gerade deshalb strotzt es hier vor Leben. Auf den Cíes-Inseln, die zum Nationalpark der atlantischen Inseln Galiciens gehören, erwarten dich türkisfarbenes Wasser und weiße Sandstrände.

Unter Wasser triffst du auf viele atlantische Meeresbewohner wie Spinnenkrabben, Meeraale, Seepferdchen, Anemonen und Nacktkiemer. Die zerklüftete Unterwasserlandschaft besteht aus Felsen, Algenwäldern und Sandböden, die alle von den starken Gezeiten des Atlantiks geformt wurden.

Du musst einen etwas dickeren Neoprenanzug tragen. Doch die Artenvielfalt und die natürliche Schönheit dieses Gebiets sind die Reise wert.


Parque Nacional Marítimo Terrestre del Archipiélago de Cabrera, Mallorca, Balearen, Spanien

5. Cabrera (Mallorca)

Auf der größten der Baleareninseln herrscht kein Mangel an erstklassigen Tauchplätzen. Wenn du auf Mallorca bist, solltest du unbedingt Cabrera erkunden, ein unberührtes Schutzgebiet vor der Südküste der Insel. Als Teil des Nationalparks „Cabrera Archipelago“ ist dieses Gebiet eines der am besten erhaltenen Meeresgebiete im Mittelmeer.

Dank des strengen Schutzes und der Entfernung von Mallorca, die es nur mit dem Boot erreichbar macht, wirst du hier in den kristallklaren Gewässern nicht viele Taucher finden. Stattdessen gibt es hier Barrakudas, Zackenbarsche, Oktopoden und sogar Korallen. Die Unterwassertopografie ist dank einer Fülle von Unterwasserhöhlen und Tunneln, die für die Balearen so charakteristisch sind, ebenso beeindruckend.

Dies ist ein toller Tagesausflug und eine friedliche Flucht vor den belebteren Tauchplätzen auf Mallorca.


Ein Taucher schwimmt über einen felsigen Grund, der mit Seegras, roten Korallen, Fischen und einem roten Seestern im Vordergrund bedeckt ist.

6. El Toro (Mallorca)

Ein weiteres hervorragendes Meeresschutzgebiet auf Mallorca ist El Toro, das an der Südwestküste der Insel liegt. Dieses Gebiet ist bekannt für seine dramatische Unterwasserlandschaft mit Tunneln, Canyons und Wänden, die bis zu 40 Meter tief reichen. Taucher treffen hier oft auf große Fischschwärme, Barrakudas, Zackenbarsche und all die typischen Meeresbewohner des Mittelmeers.

Dank des Schutzes gedeiht die Unterwasserwelt prächtig, was den Ort zu einem der reichhaltigsten Tauchplätze macht, die du besuchen kannst. Egal, ob du die Felsformationen oder die großen Seegraswiesen von Posidonia erkunden willst, in El Toro gibt es für Taucher aller Niveaus viel zu sehen.


Taucher schwimmen in der Cueva de la Luz auf Ibiza

7. Cueva de la Luz (San Antonio, Ibiza)

Wenn du an Ibiza denkst, ist Tauchen wahrscheinlich nicht das Erste, was dir in den Sinn kommt. Doch du wirst angenehm überrascht sein! Beim Tauchen auf Ibiza wirst du beim Schwimmen durch Tunnel, Schluchten und Höhlen von dem natürlichen Licht, das durch die vielen Löcher in den Felsen fällt, fasziniert sein. Einer der magischsten Tauchplätze ist die Cueva de la Luz in der Nähe von San Antonio.

Du steigst durch einen vertikalen Kamin ein, der sich zu einer atemberaubenden Unterwasserhöhle öffnet und dir ein einzigartiges Taucherlebnis bietet. Der Tauchplatz erinnert eher an eine Kathedrale als an eine Höhle, und das Dach liegt weit über dem Meeresspiegel, sodass du für einen frischen Atemzug hochkommen und die Felsformationen bewundern kannst.

Auf der anderen Seite der Insel kannst du das berühmte Wrack der Don Pedro besuchen, eines der größten Schiffswracks im Mittelmeer, das 2007 nach dem Aufprall auf eine Unterwasserzinne sank.


Schwarzer Zackenbarsch, Gelbbauch-Zackenbarsch oder Gelbbauch-Zackenbarsch (Epinephelus marginatus) El Hierro, Spanien

8. El Hierro (La Restinga)

Die Kanarischen Inseln, die vor der Nordwestküste Afrikas liegen, sind nicht nur ein Hotspot für Touristen. Die tiefen, warmen Gewässer rund um die Inseln sind ein beliebter Zwischenstopp für viele uferferne Arten auf ihren Wanderrouten. Das macht die Inseln auch zu perfekten Tauchspots, besonders El Hierro, die kleinste der Kanarischen Inseln. El Hierro ist bekannt für seine wilde und unberührte Schönheit und bietet außergewöhnliche Sichtweiten, beeindruckende Lavaformationen und dramatische Steilwände.

Lass auf keinen Fall das Meeresschutzgebiet La Restinga aus, das an der Südspitze der Insel liegt. Dieses abgelegene Reservat zieht beeindruckende Meeresbewohner wie Mobulas und Zackenbarsche an, und gelegentlich werden auch größere uferferne Fische gesichtet. Dank der Abgeschiedenheit der Insel und der strengen Schutzmaßnahmen ist das Meeresleben hier reichlich vorhanden und relativ ungestört.

Für alle, die auf der Suche nach unberührter Natur, klarem Wasser und Tauchen von Weltklasse sind, ist El Hierro kaum zu schlagen.


9. Gran Canaria (Arinaga – El Cabrón)

Egal, ob du mit dem Boot oder von der Küste aus tauchen willst, auf Gran Canaria gibt es viel zu sehen. Während es auf der Insel noch andere beliebte Tauchplätze gibt (wie z. B. den Hafen von Sardina del Norte, der perfekt ist, um bei einem Nachttauchgang Engelshaie und Rochen zu beobachten), ist das Meeresschutzgebiet El Cabrón in Arinaga ein Ort, an den du immer wieder gerne zurückkehren wirst.

Das Meeresschutzgebiet befindet sich an der Ostküste der Insel und ist bekannt für seine vulkanischen Felsformationen mit Bögen und Tunneln, die einen perfekten Lebensraum für viele Meerestiere bieten. Hier kannst du Trompetenfische, Barrakudas, Muränen und große Schwärme von Sardinen oder gelben Schnappern (Roncadores) entdecken. Der einfache Zugang zum Ufer und die verlässliche Sicht machen das Reservat zu einem beliebten Tauchplatz für Einheimische und Gäste.


Nahaufnahme einer Mittelmeer-Schildkröte

10. Montaña Amarilla (Las Galletas, Süd-Teneriffa)

Teneriffa hat wirklich ein bisschen von allem. Auf Teneriffa befindet sich der höchste Berg Spaniens (der Vulkan Teide mit einer Höhe von 3.715 m) und es gibt nur wenige Orte auf der Welt, an denen du im selben Urlaub auf einem Vulkan wandern und im Meer tauchen kannst. Achte nur darauf, dass du nach deinem Tauchgang genügend Pausen an der Oberfläche einlegst, bevor du in höhere Lagen aufsteigst.

An der Südküste Teneriffas befindet sich in der Nähe von Las Galletas der hervorragende Tauchplatz Montaña Amarilla, der durch alte vulkanische Aktivitäten entstanden ist. Hier findest du unter Wasser liegende Lavawände, die sich wie aus einer anderen Welt anfühlen, und Höhlen, in denen es von Leben wimmelt. Halte Ausschau nach Muränen, Tintenfischen, Trompetenfischen, Oktopoden und sogar Schildkröten.

Die Sicht ist in der Regel ausgezeichnet und der Tauchplatz ist nur wenige Minuten von mehreren gut ausgestatteten Dive Centern entfernt, sodass er für Taucher aller Niveaus und Fähigkeiten leicht zugänglich ist.


Bucht und Hafen von Sant Feliu de Guíxols

11. Sant Feliu de Guíxols (Costa Brava, Katalonien)

Im Herzen der Costa Brava ist Sant Feliu de Guíxols ein zugängliches und lohnendes Taucherlebnis im Mittelmeer. Die geschützte Bucht bietet eine Mischung aus felsigen Riffen, Posidonia-Seegras, kleinen Steilwänden und Durchschwimmzonen, die sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Taucher ideale Bedingungen schaffen. In dieser lebhaften und doch zugänglichen Umgebung kannst du Tintenfische, Muränen, Nacktkiemer und Fischschwärme sehen.

Was dieses Reiseziel besonders auszeichnet, ist sein langjähriges Engagement für den Schutz der Meere. Die lokalen Tauchanbieter haben Jahrzehnte damit verbracht, Geisternetze zu entfernen, regelmäßige Säuberungsaktionen zu organisieren und Lösungen wie permanente Verankerungsbojen zum Schutz des Meeresbodens zu implementieren. Hier zu tauchen bedeutet nicht nur, einen wunderschönen Teil des Mittelmeers zu erkunden, sondern auch eine Gemeinschaft zu unterstützen, die sich für dessen Erhalt einsetzt.


Entdecke die besten Tauchplätze in Spanien

Vom warmen Mittelmeer bis zu den wilden Atlantikküsten: Spaniens Tauchplätze sind so vielfältig wie seine Landschaften. Morgens tauchst du, nachmittags erkundest du eine historische Stadt und bei Sonnenuntergang stößt du mit einem lokalen Wein auf den Tag an. Worauf wartest du also noch?

Pack deine Ausrüstung und entdecke, warum Spanien eines der aufregendsten Tauchziele für diesen Sommer ist.

In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten sind dabei ausdrücklich einbezogen, soweit es für die Aussage erforderlich ist.

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