Wir glauben, dass jeder Tauchgang etwas Wertvolles hervorbringen kann: Sei es ein Datenpunkt für den Global Shark & Ray Census oder ein Foto, das die Sichtweise auf diesen Spitzenprädator verändert. Josh Schellenbergs Siegerfoto in der Kategorie „Haie & Rochen“ des diesjährigen Fotowettbewerbs des Scuba Diving®-Magazins, der anlässlich des Starts des Zensus stattfand, leistet beides. Es ist ein Porträt eines jungen Makohais im goldenen Licht der Abenddämmerung vor Baja California Sur – ein Bild, das die Notwendigkeit des Haischutzes besser verdeutlicht als jede Statistik.
Der Moment der Aufnahme
Schellenberg und eine kleine Gruppe von Freunden waren noch draußen geblieben, um das Licht einzufangen. „Wir sind extra lange draußen geblieben, in der Hoffnung, das goldene Nachmittagslicht einzufangen, das die Wasseroberfläche durchdringt“, sagt er. Als die goldene Stunde anbrach, waren sie von einem halben Dutzend Blauhaien umgeben, und dann tauchte ein 1 Meter langes junges Makohai-Weibchen auf. „Trotz ihrer Größe war sie schnell, furchtlos und ständig in Bewegung“, erinnert sich Schellenberg. „Sie kam direkt auf mich zu, bevor sie nur wenige Zentimeter vor meiner Kamera scharf abbog und sich perfekt vor den goldenen Strahlen positionierte.“
Schellenberg fotografierte mit einem Fischaugenobjektiv, wodurch er nah genug herankommen konnte, um sie im Bild auszufüllen und gleichzeitig die dramatische Lichtstimmung hinter ihr einzufangen. Seine genauen Einstellungen waren: Nikon D500, Tokina 10–17 mm, Nauticam-Gehäuse, zwei Inon Z330-Blitzgeräte, 1/160 s bei Blende 9, ISO 500.

Von Minneapolis nach Baja
Schellenbergs Weg zur Unterwasserfotografie begann nicht annähernd am Meer. Er stammt ursprünglich aus Minneapolis und lebt heute in Tampa; er wuchs fernab vom Meer auf, und Haie bedeuteten für ihn nur eines: „Der weiße Hai“. „Das Einzige, was ich über Haie wusste, war der Film“, sagt er. Erst als er 2015 mit dem Tauchen anfing und zum ersten Mal im Wasser auf Haie traf, änderte sich etwas. „Ich wusste, dass ich Haie dokumentieren wollte … Ich wollte den Menschen zeigen, dass Haie und andere Spitzenprädatoren nicht die Monster sind, zu denen sie in Filmen und den Medien gemacht werden.“
Diese Mission hat seine gesamte Art zu fotografieren geprägt. Zehn Jahre hinter einer Unterwasserkamera haben einen Stil hervorgebracht, den er als „eindringliche, intime und verhaltensorientierte Fotografie von Spitzenprädatoren und großen Meereslebewesen“ beschreibt. Er würdigt jedoch auch die Gemeinschaft um ihn herum: „Ich muss all meinen Freunden unter den Unterwasserfotografen danken, die mich angespornt und mir geholfen haben, dorthin zu gelangen, wo ich heute bin.“
Tagsüber arbeitet Schellenberg als Tätowierer. Die Unterwasserfotografie ist für ihn ein reines Herzensprojekt, was den ersten Platz umso schöner macht – vor allem, weil er nach eigener Aussage nicht immer besonders gut darin war, an Wettbewerben teilzunehmen. Sein Rat an Anfänger: „Schieb es nicht vor dir her und verpasse nicht die Frist, so wie ich es normalerweise tue.“
Was bringt ihn dazu, immer wieder ins Wasser zu gehen?
Eine Mischung aus Staunen und Zurückhaltung ist genau das, was seine Fotografie ausmacht. Ob er nur wenige Zentimeter von einem Mako entfernt ist oder einen Wal vorbeigleiten sieht: Schellenbergs Bilder laden die Betrachter dazu ein, Spitzenprädatoren so zu sehen, wie Taucher sie sehen: nicht als Bedrohung, sondern als schützenswerte Tiere. Genau diesen Wandel soll der „Global Shark & Ray Census“ beschleunigen – Begegnungen wie die von Schellenberg in Beweise verwandeln und Beweise in Schutzmaßnahmen.
Sein Traumtauchgang? Nilkrokodile und Nilpferde in Afrika. Wir gehen jede Wette ein, dass er auch dieses Foto hinbekommt.
Mehr von Joshs Arbeiten gibt’s auf Instagram unter @Jschellenbergphoto.
Alternativ kannst du im Scuba Diving-Magazin die vollständige Liste der Gewinner und Zweitplatzierten in allen Kategorien des Fotowettbewerbs nachlesen.
Zweitplatzierte in der Kategorie „Haie & Rochen“


In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten sind dabei ausdrücklich einbezogen, soweit es für die Aussage erforderlich ist.