Denkst du darüber nach, das Gerätetauchen zu erlernen, fragst dich aber, ab welchem Alter man sich nicht mehr brevetieren lassen kann? Vielleicht hast du schon erfahren, dass man für das PADI Bubblemaker Programm mindestens 8 Jahre alt und für die Junior Programme mindestens 10 Jahre alt sein muss. Nach oben hin gibt es im Tauchsport jedoch keine Altersbeschränkung. Das Mindestalter ist erforderlich, weil zum Tauchen einige Risiken gehören und Kinder erst ab einem gewissen Alter die entsprechende Tauchtheorie verstehen und unter Wasser besonnen, anstatt impulsiv, reagieren können. Für am Gerätetauchen interessierte Erwachsene stellt das Alter also kein Hindernis dar.

Wer etwas später im Leben mit dem Gerätetauchen anfangen möchte, muss zwar ein paar Dinge beachten, genießt aber auch viele Vorteile. Erfahre mehr über uns und über die PADI Taucherin Tanya Dredge, die ihren PADI Open Water Diver Kurs mit 55 Jahren absolvierte…

Tanya Dredge - Australia - Diver - Underwater


1. Gesundheit und Fitness

Unabhängig vom Alter sollte jeder, der das Gerätetauchen ausprobieren möchte, gesund und einigermaßen fit sein. In einigen Ländern wird von allen Altersgruppen eine ärztliche Bescheinigung verlangt, die bestätigt, dass man aus medizinischer Sicht ‚tauchtauglich‘ ist. In anderen Ländern gibt es einen tauchmedizinischen Fragebogen, die ärztliche Bescheinigung wird nur bei gesundheitlichen Bedenken verlangt. Im Fragebogen wird von über 45-jährigen Auskunft zu Cholesterinwerten, Herzproblemen in der Familie und zu gesundheitsrelevanten Gewohnheiten eingeholt.

Generell gilt: Wenn du in Form bist und keine gesundheitlichen Beschwerden hast, kannst du loslegen und tauchen!


2. Gesunde und schonende Bewegung

Falls du nicht gerne ins Fitness-Studio gehst, ist Tauchen eine schöne Alternative, um fit zu bleiben. Als körperliche Aktivität lässt es sich mit Gehen oder Joggen vergleichen. Menschen mit steifen Gelenken erfahren durch die Schwerelosigkeit unter Wasser Erleichterung.

Solange du Tauchen möchtest, solltest du ein allgemeines Fitnessniveau aufrecht erhalten – egal, wie alt du bist.


3. Lerne neue Menschen und Orte kennen

Rauszukommen und neue Leute mit gemeinsamen Interessen kennen zu lernen ist nicht immer einfach – auch nicht mit zunehmendem Alter.

Mit deiner Freude am Gerätetauchen wirst du nicht nur ein neues Hobby finden, sondern auch neue Gleichgesinnte. Taucher – egal welchen Alters – lassen sich allgemein als Menschen beschreiben, die gerne aktiv sind und etwas in der Natur unternehmen, die am Reisen interessiert sind und denen die Meere am Herzen liegen. Bei Tauchausflügen und im Urlaub wirst du neue Bekanntschaften machen und es gibt viele lokale Tauchclubs, die Veranstaltungen, Treffen oder Strand-Clean-Ups organisieren.

Es ist bekannt, dass der Aufenthalt im Freien, soziale Kontakte und körperliche Aktivität dazu beitragen, dass wir uns energetischer und jünger fühlen.

Von Tanya Dredge: „In den PADI Tauchshops findet man Gleichberechtigung und Kameradschaft. Wir alle absolvieren dieselbe Ausbildung, perfektionieren dieselben Fertigkeiten und bilden uns weiter. Beim Tauchen mit PADI Anbietern lernt man die unterschiedlichsten Menschen kennen: eine Vielfalt körperlicher, altersmäßiger, geistiger und kultureller Unterschiede. Ich habe dabei einige gute, dauerhafte Freundschaften geschlossen, und auch Freunde für einen Tag gefunden.

Die gelebte Inklusion im Tauchen ist einer der Gründe, warum ich diese Sportart liebe. Als Frau mittleren Alters wurde mir häufig das Gefühl verliehen, unwichtig zu sein und mich für meinen Körper schämen zu müssen. Jemandem, der nicht besonders sportlich, unbeweglich und nicht allzu stark ist, können sportliche Aktivitäten abschrecken und ich fühle mich dabei oft klein, dumm und unbedeutend. Ich kann ehrlich sagen, dass mir beim Tauchen dieses Gefühl nicht vermittelt wurde. Die PADI Tauchgemeinschaft war hilfsbereit, großherzig und motivierend. Ich wurde einfach angenommen – auch mit Zellulitis und allem anderen.“


4. Entdecke eine neue Welt

Beim Gerätetauchen tauchst du im wahrsten Sinne des Wortes in eine neue Welt ein. Dabei sind es nicht nur wunderschöne Korallenriffe und faszinierende Meeresbewohner, die dich beeindrucken werden – sondern auch die Art, sich anders zu bewegen, anders zu sehen, zu hören und zu kommunizieren.

Sei unter Wasser auf überwältigende, farbenfrohe und lebhafte Eindrücke gefasst. Dazu gehört die Aufregung, wenn du einen Fisch entdeckst, den du bisher noch nie gesehen hast, wenn eine uralte Meeresschildkröte an dir vorbeischwimmt oder wenn ein Mantarochen majestätisch über dir hinweg gleitet. Das alles sind fantastische Erlebnisse und davon gibt es noch viel mehr!


5. Entdecke dich selbst neu

Von Tanya Dredge: „Wir alle reisen auf unterschiedliche Art durch unser Leben, nehmen unterschiedliche Wege und setzen unterschiedliche Prioritäten. Viele Frauen in ihren 50ern stehen an einem ähnlichen Punkt wie ich. Wir haben Kinder großgezogen, Karriere gemacht, Dinge angeschafft, gesundheitliche und familiäre Krisen durchstanden – und nun? Wir sind Mitte 50, finden einen Moment zum Durchatmen und haben mehr Ahnung von uns selbst als mit 18. Wir kennen uns, aber wir wissen nicht immer, wo wir hinwollen. Wir wollen gesündere Körper, mehr Spaß und unsere Grenzen testen und erweitern. Wir wollen da sein, wo wir wir selbst sind – und nicht ‚nur‘ die Mutter, Ehefrau, Lehrerin, Angestellte oder Chefin von jemandem.

Diesen Platz zu finden kann schwierig sein. Ich habe ihn für mich im Tauchen gefunden. Ich finde ihn beim Ausatmen. In dem ersten Moment, wenn ich ausatme und langsam absinke – nicht nur im Wasser, sondern auch tiefer in mich. In diesem Loslassen habe ich mich gefunden. Beim ersten Einatmen finde ich mich, bei dem ich in eine andere Welt eintauche, in der die Schwerkraft und meine täglichen Verpflichtungen abwesend sind. In der Pause zwischen den Atemzügen finde ich Platz, wenn ich mich weder nach oben noch nach unten bewege, austariert, ruhig und vollkommen.“


6. Steigere deine Selbstsicherheit

Tauchen macht viel Spaß, es zu erlernen stellt einen manchmal aber auch vor Herausforderungen. Der PADI Open Water Diver Kurs enthält Aufgaben, die Tauchern verschiedener Jahrgänge Respekt einflößen – bis sie sie absolviert haben. Die PADI Kurse sind für Menschen aller Altersgruppen und Fähigkeiten konzipiert und sie sind in Lernblöcke aufgeteilt. Die Fertigkeiten werden in mehreren, aufeinander aufbauenden Schritten erlernt. Jedes Mal, wenn du eine Fertigkeit meisterst, die dich anfangs nervös gemacht hat, hast du ein Erfolgserlebnis.

Nach Abschluss des Open Water Diver Kurses empfinden die meisten Taucher mehr Selbstsicherheit im Alltag.


7. Nur eine Zahl

Wir hoffen, dass du nun verstehst, dass das Alter beim Gerätetauchen keine große Rolle spielt. Nicht nur Tanya taucht gern ab – jährlich steigt die Zahl der über 50-jährigen, die sich zu PADI Tauchern ausbilden lassen. Und auch Jacques Cousteau ist bis zu seinem Tod im Alter von 87 Jahren tauchen gegangen.

Von Tanya Dredge: „Ich bin eine von vielen Frauen, die ihr Tauchabenteuer erst später im Leben anfangen. Hoffentlich kann ich andere Frauen meines Alters dazu anregen, es auch auszuprobieren: sich selbst vor die Herausforderung zu stellen, Spaß zu haben, sie selbst zu sein, tolle Freunde zu finden, die Natur zu genießen und die Vielfältigkeit im Tauchsport zu entdecken. Ich hoffe, du findest deinen Platz, so wie ich meinen gefunden habe.“

Tanya Dredge - Australia - Diver - Underwater


Würdest auch du gerne abtauchen und die Unterwasserwelt erkunden? Erfahre mehr über den PADI Open Water Diver Kurs und fange mit dem PADI eLearning von Zuhause aus an.


Alle Bilder von Tanya Dredge.

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