Egal, ob du neugierig bist, wie Tauchausrüstung funktioniert, oder ob du darüber nachdenkst, Tauchen zu lernen, wir haben die Antworten, die du suchst. In diesem Artikel erkunden wir die Wissenschaft, die das Atmen unter Wasser möglich macht, und die wichtigen Ausrüstungsteile, die dies ermöglichen. Auch wenn du bereits ein brevetierter Taucher bist, schadet es nie, mehr zu erfahren, und vielleicht entdeckst du ja den einen oder anderen überraschenden Fakt.


PADI Taucher unter Wasser, lächelnd für die Kamera

Warum kann der Mensch nicht unter Wasser atmen?

Es mag eine dumme Frage sein, doch warum können Menschen nicht unter Wasser atmen? Die Antwort lautet nicht „weil es keinen Sauerstoff gibt“. Wasser (H2O) enthält Sauerstoff, und Fische können unter Wasser problemlos Sauerstoffgas (O2) atmen. Das Problem ist, dass der Mensch keinen Sauerstoff direkt aus dem Wasser aufnehmen kann. Unsere Lungen sind darauf ausgelegt, Sauerstoff aus der Luft zu gewinnen.

Wie können wir uns also unter Wasser mit Sauerstoff versorgen, damit wir atmen können? Eine mögliche Antwort wäre, dass wir Menschen fischähnliche Kiemenorgane entwickeln, die uns den Zugang zum Sauerstoff im Wasser ermöglichen. Das ist derzeit jedoch nicht möglich, außer in fiktiven Hollywood-Filmen. Eine realistische Antwort wäre ein Atemsystem, das sauerstoffhaltiges, atembares Gas unter Wasser mit dem richtigen Druck bereitstellt und uns das normale Atmen ermöglicht.

Hier kommt das autonome Unterwasseratemgerät ins Spiel. Vielleicht kennst du die Abkürzung SCUBA, die für Self-Contained Underwater Breathing Apparatuss steht.


Zwei Hände halten die erste Stufe eines Atemreglers, der an einer Tauchflasche befestigt ist.

Was ist mit „Scuba“ eigentlich gemeint?

In seiner reinsten Form bezieht sich der Begriff „Scuba-Ausrüstung“ auf das Kernsystem, das für das Atmen unter Wasser benötigt wird. Dazu gehören drei Teile:

  1. Flasche – Enthält komprimiertes Gas zum Atmen.
  1. Atemregler – Reduziert (reguliert) die Hochdruckluft in der Flasche auf den Umgebungsdruck, damit du bequem einatmen kannst.
  1. Lungenautomat – Ein intelligenter Mechanismus, der sicherstellt, dass nur dann Luft zugeführt wird, wenn der Taucher einatmet.

Zusammen bilden diese Teile ein in sich geschlossenes System, das bei Bedarf Atemgas liefert, damit Taucher unter Wasser bequem atmen können – auch in der Tiefe.

Technisch gesehen bezeichnet der Begriff „Scuba“ also eine tragbare Gasversorgung und ein Druckminderungssystem, mit dem Taucher unter Wasser atmen können. Doch auch wenn diese grundlegenden Dinge das Atmen unter Wasser ermöglichen, stoßen Taucher mit dieser Ausrüstung schnell an ihre Grenzen. Deshalb gehören zur Tauchausrüstung in der Regel noch andere wichtige Dinge wie:

  • Tarierjacket (Buoyancy Control Device, BCD)
  • Messgeräte (Druck/Tiefe)
  • Tauchcomputer
  • Tauchanzug
  • Maske
  • Flossen
  • Gewichtungssystem

Mit dieser Tauchausrüstung können Taucher sicher, bequem und kontrolliert die Unterwasserwelt erkunden.

Schauen wir uns einmal genauer an, wie einige dieser wichtigen Ausrüstungsteile tatsächlich funktionieren.


Vier Tauchflaschen auf einem Steg mit angebrachtem Atemregler, erster Stufe, Oktopus und Tarierjacket

Wie funktionieren Tauchflaschen?

Tauchflaschen werden auch einfach nur als Flaschen bezeichnet und bestehen in der Regel aus einer Aluminiumlegierung oder Stahl. Sie können mit komprimierter Luft oder einem speziellen Atemgasgemisch gefüllt werden. Die meisten Tauchflaschen können einen Druck zwischen 200 bar/3.000 psi und 234 bar/3.400 psi aushalten. „psi“ steht für Pfund pro Quadratzoll und „bar“ ist das metrische Äquivalent.

Die Flaschen werden über ein Flaschenventil an der Oberseite befüllt. Hier ist auch der Atemregler mit der Flasche verbunden. Jedes Flaschenventil enthält einen O-Ring, der eine Dichtung zwischen dem Tankventil und dem Regler bildet. Die Ventile verfügen außerdem über eine dünne Kupferscheibe, die sogenannte Berstscheibe, die zerbricht und die Luft entweichen lässt, wenn der Druck in der Flasche zu hoch ist.

Die gängigste Flasche ist die Aluminium 80, die etwa 11 Liter komprimiertes Gas fasst. Es gibt noch viele andere Flaschengrößen entsprechend den jeweiligen Tauchbedürfnissen. Erfahre mehr über die verschiedenen Größen und Typen von Tauchflaschen und wie du die beste Flasche auswählst.

Und vergiss nicht: Eine Tauchflasche darf niemals als Sauerstoffflasche bezeichnet werden. Den Grund dafür erfährst du hier.


Zwei Taucher üben mit Atemreglern

Wie funktionieren Atemregler?

Die Hauptaufgabe eines Atemreglers ist es, das Hochdruckgas in einer Tauchflasche auf ein sicheres, atembares Niveau zu bringen. Dies ist ein zweistufiger Prozess.

Die „erste Stufe“ eines Atemreglers wird am Ventil der Tauchflasche befestigt und reduziert das unter hohem Druck stehende Gas aus der Flasche auf einen mittleren Druck. Die erst Stufe sieht nicht besonders kompliziert aus, doch in ihrem Inneren geht eine Menge vor sich.

Ein Niederdruckschlauch verbindet die erste Stufe mit dem Mundstück des Tauchers, das auch als zweite Stufe bezeichnet wird. Die zweite Stufe reduziert die Luft weiter auf den Umgebungsdruck und gleicht sich dem Wasserdruck an, sodass der Taucher normal atmen und durch das Mundstück ins Wasser ausatmen kann.

Im Inneren des Mundstücks befindet sich eine Membran, die nur dann Luft durchlässt, wenn der Taucher einatmet. Dadurch wird verhindert, dass dir beim Tauchen ständig Luft in den Mund schießt. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass ein Atemregler unter Wasser „frei strömt“. Im Open Water Diver-Kurs wird dir jedoch erklärt, wie du mit dieser und anderen Situationen umgehst.


Taucher helfen sich gegenseitig mit der Tauchausrüstung

Wie funktionieren Tarierjackets (BCDs)?

Wie der Name schon sagt, gibt ein Tarierjacket (BCD) Tauchern die Kontrolle über ihre Tarierung. Egal, ob du an der Oberfläche treiben oder deine Position über dem Meeresboden halten willst, mit einem Tarierjacket hast du diese Kontrolle in der Hand.

Tarierjackets sind beim Sporttauchen am weitesten verbreitet, es gibt jedoch auch andere Modelle. Diese sogenannten Wings verfügen über verstellbare Gurte und Schnallen mit einem größeren, verstellbaren Flaschenband über einer stabilen Rückenplatte. Außerdem verfügen Tarierjackets und Wings über eine dehnbare Blase, einen Niederdruckaufblasmechanismus, einen oralen Aufblasmechanismus, einen Entlüftungsmechanismus und ein oder mehrere Überdruckventile.

Indem du die Luftmenge in der Blase anpasst, kannst du deine Position im Wasser verändern.


Eine Unterwasseraufnahme von zwei Tauchern mit einem kleinen Tauchboot über ihnen

Wie funktionieren Tauchcomputer?

Wenn du den PADI Open Water Diver-Kurs absolviert hast, erinnerst du dich vielleicht daran, wie du mithilfe von Tauchtabellen wichtige Informationen für die Tauchgangsplanung ermittelt hast, z. B. Dekompressionsgrenzen und erforderliche Oberflächenintervalle. Tauchcomputer übernehmen diese Arbeit für dich.

Durch die Messung der Tiefe über Drucksensoren und die Aufzeichnung deiner Zeit unter Wasser liefern Tauchcomputer hilfreiche Informationen in Echtzeit. Dazu gehören deine Nullzeitgrenze, ob du zu schnell auf- oder absteigst, die Tauchlänge und die durchschnittliche Tiefe.

Tauchcomputer können auch für das Tauchen mit verschiedenen Luftarten eingestellt werden, wie z. B. Enriched Air (Nitrox). Einige moderne Modelle verfügen über Luftintegrationssysteme, die anzeigen, wie viel Luft noch in deiner Flasche ist.


Zwei Taucherinnen bereiten ihre Tauchflaschen und andere Ausrüstung für einen Landtauchgang im Roten Meer, Ägypten, vor.

Erfahre mehr darüber, wie Tauchausrüstung funktioniert

Wenn du mit dem Erwerb eines Tauchscheins noch zögerst, weil dich die Ausrüstung abschreckt, mach dir keine Sorgen. Der PADI Open Water Diver-Kurs hilft dir, dich mit der Tauchausrüstung vertraut zu machen, bevor du sie unter Wasser benutzt.

Wenn du bereits ein brevetierter Taucher bist und dich mit der Ausrüstung beschäftigen möchtest, ist der PADI Equipment Specialist-Kurs genau das Richtige für dich. Während des eLearnings untersuchst du interaktive Ausrüstungsdiagramme und schaust dir Videos von Tauchausrüstungsherstellern an, die hinter die Kulissen blicken. In der persönlichen Schulung werden dann grundlegende Reparaturen, Einstellungen und allgemeine Wartungsarbeiten behandelt. Du kannst auch verschiedene Ausrüstungsarten kennenlernen und ausprobieren.


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In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten sind dabei ausdrücklich einbezogen, soweit es für die Aussage erforderlich ist.

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