Das Meer bedeckt mehr als 70 % unseres Planeten und spielt eine entscheidende Rolle für die Luft, die wir atmen, die Lebensmittel, die wir essen, und das Klima, das unser Leben erhält. Doch die Gesundheit unseres blauen Planeten hängt von unserem täglichen Handeln ab. Das gilt nicht nur für das, was wir unter Wasser tun, sondern auch dafür, wie wir über der Wasseroberfläche leben.

Die gute Nachricht? Du musst nicht in Küstennähe wohnen oder jede Woche tauchen, um etwas zu bewirken. Viele der meerespositiven Entscheidungen beginnen zu Hause.

Mit diesen 16 einfachen Ideen kannst du dazu beitragen, das Meer zu retten.


1. Werde ein Citizen-Scientist (sogar vom Sofa aus)

Die Zukunft des Meeresschutzes hängt von alltäglichen Meeresforschern wie Tauchern, Schnorchlern und Meeresliebhabern ab, die wertvolle Beobachtungen über die Unterwasserwelt beitragen. Citizen-Science-Programme, die von der PADI Gemeinschaft geleitet werden, verändern die Art und Weise, wie marine Ökosysteme überwacht werden. Durch Initiativen der PADI AWARE Foundation wie Dive Against Debris, den neuen Global Shark & Ray Census und das AWARE Biodiversity Survey helfen Meeresliebhaber dabei, Daten zu sammeln, die von Wissenschaftlern und Naturschützern genutzt werden, um den Zustand der Ökosysteme zu überwachen und Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Auch wenn du gerade nicht tauchst, kannst du die Citizen-Science (Bürgerwissenschaft) unterstützen, indem du Daten teilst, Beobachtungen beiträgst oder Organisationen unterstützt, die die Beteiligung der Gemeinschaft in einen sinnvollen Schutz umwandeln.

Du kannst helfen, indem du:


2. Nutze deine Freizeit, um dich zu informieren

Wenn Netflix zu deinen Lieblingsbeschäftigungen gehört, kannst du Unterwasserdokumentationen zu deiner Watchlist hinzufügen, um dich von zu Hause aus weiterzubilden. Hier sind einige Vorschläge.

  • Chasing Coral: Eine Dokumentation, die das Phänomen der Korallenbleiche aufgrund der globalen Erwärmung erklärt.
  • Mission Blue: In diesem Umweltfilm der bekannten Meeresforscherin Sylvia Earle geht es um die Bedeutung eines gesunden Meeres und den Schutz unserer Riffe.
  • A Plastic Ocean: Eine journalistische und wissenschaftliche Untersuchung über die Ursachen und Folgen der Vermüllung der Meere und eine Präsentation möglicher Lösungen.

Du kannst dein Wissen auch erweitern, indem du Bücher über Meeresforschung liest, Meeresforschern online folgst oder mehr über Initiativen zum Schutz der Meere erfährst.


Zwei Taucher beobachten beim Tauchen auf den Bahamas einen Hai.

3. Folge Instagram-Accounts, die dich zum Handeln inspirieren

Warum nicht Instagram-Accounts folgen, die uns inspirieren, mehr über das Meer zu erfahren?

Hier sind drei Empfehlungen.

  • @Mitty: Die anerkannte Fotografin und Umweltschützerin Cristina Mittermeier teilt Geschichten und Daten über das Meer, um das Bewusstsein zu schärfen und alle zu informieren, die sich dafür interessieren.
  • @BrinkleyDavies: Diese junge Freediverin und Umweltschützerin ist in den sozialen Medien sehr aktiv. Sie teilt ihre erstaunlichsten Begegnungen mit Meeresbewohnern und stärkt das Bewusstsein für den Schutz der Wildtiere.
  • @Plasticfreemermaid: Die Naturliebhaberin Kate Nelson lebt seit einem Jahrzehnt ohne Einwegplastik. Sie nutzt ihren Instagram-Account als Plattform, um ihre Reise zu teilen und Ratschläge für ein „Zero Waste“-Leben, also ein Leben ohne Abfall, zu geben.

Wenn du Meeresforschern, Naturschützern und Geschichtenerzählern folgst, kannst du deine Verbindung zur Unterwasserwelt vertiefen und dazu beitragen, das Bewusstsein für ihren Schutz zu stärken.


4. Verwende beim Waschen ein umweltfreundliches Waschmittel

Achte beim Wäschewaschen darauf, dass dein Waschmittel das Meer nicht verschmutzt. Du kannst lernen, wie du dein eigenes Waschmittel mit natürlichen Produkten wie Backpulver herstellen kannst. In diesem Video wird das sehr gut erklärt!

Eine weitere Möglichkeit, das Meer zu schützen, besteht darin, die Anzahl der Mikrofasern, die durch deine Waschmaschine gespült werden, mit einem Mikrofaserfänger zu reduzieren.


5. Reduziere Einwegplastik

Rund 80 % des Mülls im Meer stammt von Land, was bedeutet, dass unsere täglichen Entscheidungen die Gesundheit der Meere direkt beeinflussen. Taucher erleben diese Auswirkungen oft aus erster Hand unter Wasser. Programme wie Dive Against Debris®, eine Vorzeigeinitiative der PADI AWARE Foundation, haben durch von Tauchern geleitete Citizen-Science-Erhebungen Millionen von Teilen Meeresmüll dokumentiert und Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern geholfen, besser zu verstehen, woher die Meeresverschmutzung kommt und wie sie an der Quelle gestoppt werden kann.

Die gute Nachricht? Eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten, die Verschmutzung der Meere zu reduzieren, ist auch eine der einfachsten: Verwende weniger Einwegplastik in deinem Alltag. Fang mit einfachen Tauschaktionen an:

  • Nimm eine wiederverwendbare Wasserflasche mit.
  • Wähle nachfüllbare Haushaltsprodukte.
  • Verzichte auf Plastikverpackungen, wenn möglich.

Und wenn du in den Supermarkt gehst, denke daran, immer genügend wiederverwendbare Taschen mitzunehmen, damit du nicht gezwungen bist, Einwegtüten zu benutzen.


Ein Flatlay-Bild eines wiederverwendbaren Einkaufsbeutels, Küchenutensilien und Trockenwaren

6. Verwende, was du hast

Wenn du Einwegplastikbehälter wie Flaschen oder Lebensmittelverpackungen hast, ist es am besten, wenn du sie einer anderen Verwendung zuführst, damit sie nicht im Meer landen.

Denk daran: Der nachhaltigste Gegenstand ist der, den du bereits besitzt.

Nachfüllshops, wiederverwendbare Behälter und Großeinkäufe können den Abfall, der sonst in den Gewässern und schließlich im Meer landen würde, drastisch reduzieren.


7. Behalte deinen ökologischen Fußabdruck im Auge

Verringere die Auswirkungen des Klimawandels auf das Meer, indem du auf den Energieverbrauch in deinem Zuhause achtest.

Fang damit an, dass du die Glühbirnen in deinem Haus durch Energiesparlampen ersetzt, die Menge an heißem Wasser reduzierst, deine Klimaanlage gegen einen Ventilator tauschst, deinen Kühlschrank schnell schließt und Geräte, die du nicht brauchst, ausschaltest und vom Stromnetz trennst.

Der Klimawandel ist eine der größten Bedrohungen für die Ökosysteme der Meere. Steigende Meerestemperaturen, Korallenbleiche, der Anstieg des Meeresspiegels und die Verschiebung der marinen Lebensräume haben bereits Auswirkungen auf die Unterwasserwelt.

Das Meer absorbiert einen großen Teil der Wärme und des Kohlendioxids, die durch menschliche Aktivitäten entstehen, sodass Klimaschutzmaßnahmen direkt mit der Gesundheit der Meere verbunden sind. Alltägliche Entscheidungen, von der Art, wie wir reisen, bis hin zur Art, wie wir unser Haus mit Strom versorgen, können dazu beitragen, diese Auswirkungen zu verringern.


8. Unterstütze Organisationen, die das Meer schützen

Viele Institute und Organisationen wie PADI AWARE, Mission Blue und Lonely Whale arbeiten hart daran, das Meer und seine Bewohner zu schützen. Deine Zeit zu Hause könnte eine gute Gelegenheit sein, mit ihnen in Kontakt zu treten und Online-Freiwilligenarbeit anzubieten oder sogar eine finanzielle Unterstützung zu erwägen, wenn du kannst.


9. Recycling ist richtige und wichtig

Mach dich mit den Recycling-Regeln in deinem Wohnort vertraut und nimm dir die Zeit, den Müll zu trennen. Es ist nie zu spät, damit anzufangen!


10. Tritt nachhaltige Entscheidungen bei Lebensmitteln

Was wir essen, beeinflusst die Ökosysteme der Meere mehr, als vielen Menschen bewusst ist.

Wenn du Fisch und Meeresfrüchte isst, versuche, nur saisonale Produkte zu verzehren, die gesund sind und aus einer nachhaltigen Produktion stammen.

Überfischung, zerstörerische Fischereipraktiken und nicht nachhaltige Lieferketten gehören zu den größten Herausforderungen, denen sich die Meeresbewohner heute stellen müssen. Gleichzeitig spielt das Meer eine entscheidende Rolle bei der Klimaregulierung und der Erhaltung der biologischen Vielfalt, was einen verantwortungsvollen Konsum zu einem wichtigen Bestandteil des Schutzes der Meeresökosysteme macht. Wenn wir darauf achten, was wir essen und woher es kommt, können wir zum Schutz der Meeresumwelt beitragen.

Probiere folgende Gewohnheiten aus:

  • Reduziere die Lebensmittelverschwendung, indem du Mahlzeiten planst und Reste einfrierst.
  • Kaufe, wenn möglich, lokale oder biologische Lebensmittel.
  • Besuche einmal im Monat einen Bauernmarkt.

Diese Entscheidungen verringern den Druck auf die Meeresökosysteme und reduzieren Kohlenstoffemissionen, die mit den globalen Lebensmittelversorgungsketten verbunden sind.


11. Kommuniziere deine Liebe zum Meer!

Menschen schützen, was sie verstehen und lieben. Deine Zeit im Internet kann eine großartige Gelegenheit sein, deine Leidenschaft und Liebe für das Meer zu teilen, indem du vermittelst, warum der Schutz des Meeres so wichtig ist.

Wähle deine besten Tauchfotos aus und veröffentliche sie, um eine Geschichte über das Meer zu erzählen oder Informationen zu geben, die das Bewusstsein für die Unterwasserwelt stärken. Du weißt nie, wer es lesen wird oder wen du inspirieren kannst!

Wenn du dich mit deiner Tauch-Community vor Ort vernetzt, an Schutzinitiativen teilnimmst und dein Wissen weitergibst, kannst du auch andere dazu inspirieren, das Meer zu schützen.


Zwei Taucher nehmen an einem Dive Against Debris-Tauchgang teil. Sie sind mit einem Sack voller Müll aufgetaucht.

12. Unterstütze Meeresschutzgebiete

Meeresschutzgebiete sind eines der wirksamsten Instrumente zum Schutz der Meere. Sie tragen dazu bei, dass sich Fischpopulationen erholen, kritische Lebensräume geschützt werden, die Artenvielfalt zunimmt und die Meere widerstandsfähiger gegen den Klimawandel werden. Doch obwohl das Meer mehr als 70 % unseres Planeten bedeckt, sind derzeit weniger als 10 % davon geschützt.

Durch Initiativen wie Adopt the Blue™ arbeiten PADI und die PADI AWARE Foundation mit Tauchern, Gemeinden und politischen Entscheidungsträgern zusammen, um das globale Ziel der Ausweitung von Schutzgebieten zu unterstützen.

Von zu Hause aus kannst sogar einiges tun:

  • Unterschreibe Petitionen zur Unterstützung von Meeresschutzgebieten.
  • Unterstütze Organisationen, die sich für den Schutz der Meere einsetzen.
  • Teile Inhalte über den Schutz der Meere.

Die Unterstützung von Meeresschutzgebieten, sei es durch Bildung oder Gemeinschaftsaktionen, hängt von kollektiver Fürsprache und Bewusstseinsbildung ab und trägt dazu bei, dass die Unterwasserwelt, die wir lieben, weiterhin gedeiht.


13. Wähle nachhaltige Mode (vor allem Bademode)

Mode mag auf den ersten Blick nichts mit der Gesundheit der Meere zu tun haben, doch die Bekleidungsindustrie spielt eine wichtige Rolle bei der Meeresverschmutzung.

Viele synthetische Stoffe setzen beim Waschen Mikroplastik frei, das durch Abwassersysteme in Flüsse und Meere gelangen kann. Gleichzeitig trägt „Fast Fashion“ zu Abfall und übermäßigem Konsum bei, was die Umweltbelastung über den gesamten Produktionszyklus hinweg erhöht.

Bedenke Folgendes:

  • Nutze nachhaltige Marken für Bademode.
  • Bevorzuge organische oder natürliche Stoffe.
  • Kaufe weniger, aber dafür qualitativ hochwertigere Produkte.
  • Nutze Upcycling von Kleidung oder besuche Nähworkshops.

Ein Ocean Torchbearer säubert bei einer 3-Minuten-Reinigungsaktion das Ufer

14. Versuche das „3-Minuten-Aufräumen“ – überall

Du musst nicht in Strandnähe wohnen, um etwas zu bewirken. Ein großer Teil des Mülls, der im Meer landet, beginnt seine Reise an Land. Wenn du in deinem örtlichen Park, an einem Flussufer oder bei deinem täglichen Spaziergang Müll aufsammelst, kannst du verhindern, dass Müll in die Gewässer gelangt, die schließlich ins Meer münden.

Versuche eine 3-Minuten-Aufräumaktion:

  • Sammle bei deinem täglichen Spaziergang Müll auf.
  • Säubere deinen örtlichen Park oder das Flussufer.
  • Organisiere eine kleine Aufräumaktion mit Freunden.

Kleine, einfache Aktionen können eine überraschend große Wirkung haben, wenn sie von Tausenden von Menschen durchgeführt werden. Und für Taucher ist es eine Erinnerung daran, dass der Schutz des Meeres schon lange vor dem Eintauchen ins Wasser beginnt.


15. Bilde dich weiter

Bildung spielt eine wichtige Rolle beim Aufbau einer Verbindung zum Meer.

Hier sind einige Möglichkeiten, dein Wissen über das Meer zu vertiefen:

  • Besuche Ausstellungen über das Meer oder Meereskunst.
  • Lies Bücher über das Meer.
  • Folge Meeresforschern und Naturschützern online,
  • Nimm an PADI Schutzkursen teil.

Zwei Menschen überlegen, wie sie das Meer retten können.

16. Wenn du ein Taucher bist, verbinde dich mit deiner lokalen Tauch-Community

Auf der ganzen Welt ist die globale PADI Community durch die gemeinsame Leidenschaft für die Erforschung und den Schutz des Meeres vereint.

Dive Center, Instructors und Taucher organisieren regelmäßig Schutzaktivitäten, von Unterwasser-Säuberungsaktionen und Riffüberwachungen bis hin zu kommunalen Bildungsprogrammen. Diese Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, die Leidenschaft fürs Tauchen in sinnvolles Handeln umzusetzen.

Auch wenn du nicht regelmäßig tauchst, sind Tauch-Communitys Drehscheiben für den Schutz des Meeres.

Ziehe Folgendes in Betracht:

Durch Aufklärung, Lobbyarbeit und Aktionen werden Taucher zu mächtigen Stimmen für den Schutz des Meeres.


Jede kleine Aktion hat eine Wirkung

Für den Schutz der Meere braucht es nicht eine einzige große Lösung, sondern Millionen von kleinen, konsequenten Aktionen. Von der Reduzierung von Plastik bis hin zur Entscheidung für nachhaltige Reisen – jeder Schritt hilft, die Ökosysteme zu schützen, die wir lieben. Die PADI Community ist eine globale Bewegung von Ocean Torchbearers, die sich gemeinsam für den Schutz des blauen Planeten einsetzen.


Geschrieben von Martina Alvarez

In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten sind dabei ausdrücklich einbezogen, soweit es für die Aussage erforderlich ist.

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