Mit über 3.000 Meeresarten ist das Galápagos-Meeresschutzgebiet ein wahrer Schmelztiegel der Meeresfauna. Vor den Galápagos-Inseln treffen drei Meeresströmungen aufeinander, was für eine große Artenvielfalt sorgt. Taucher, die eine Traumreise zu den Inseln planen, werden also eine unglaubliche Unterwasserwelt auf den Galápagos erleben.
Die drei aufeinanderprallenden Meeresströmungen bringen kühles, nährstoffreiches und warmes Wasser sowie kalte Tiefseeströmungen zusammen. Dieser Prozess sorgt für Artenvielfalt und endemische Tiere (endemisch bedeutet heimisch oder auf einen bestimmten Ort beschränkt). Manche Meerestiere leben also nur auf den Galápagos-Inseln. Zum Glück gehört das Galápagos-Meeresschutzgebiet zu den weltweit größten Meeresschutzgebieten.
Im Folgenden stellen wir euch fünf interessante Meereslebewesen vor, die ihr auf den Galápagos-Inseln beobachten könnt, und erklären, warum sie unter Schutz stehen. Wenn ihr eine spannende Reise unternehmt, um diese Meereslebewesen auf den Galápagos-Inseln zu sehen, beachtet unbedingt unsere zehn Tipps für Taucher, damit ihr zu einem gesunden Meer für diese einzigartigen Tiere und viele andere beitragen könnt!

Meeresleguan
Eine der bekanntesten endemischen Arten auf den Galápagos-Inseln ist die weltweit einzige Meeresleguanart. Wissenschaftler glauben, dass Landleguane vor Millionen von Jahren auf Baumstämmen aus Südamerika über das Meer trieben. Als sie dort keine Nahrung fanden, passten sich die Leguane an und begannen, die roten und grünen Algen zu fressen, die an den felsigen Küsten der Galápagos-Inseln wachsen. Heute können Galápagos-Leguane bis zu zehn Minuten lang tauchen. Deshalb reinigen spezielle Drüsen ihr Blut von dem Salz, das sie beim Tauchen aufnehmen. Besucher können die dadurch entstehenden „Salzperücken“ auf ihren Nasen sehen.
Die Population der Meeresleguane ist vom Aussterben bedroht. Das liegt daran, dass nicht heimische Raubtiere wie Ratten, Katzen und Hunde ihre Eier und Jungtiere fressen. Deshalb stehen Meeresleguane unter Naturschutz.

Bogenstirn-Hammerhai
Bogenstirn-Hammerhaie sind die häufigste aller Hammerhaiarten. Sie sind eine wandernde Art, schwimmen aber das ganze Jahr über in den Gewässern vor der Küste der Galápagos-Inseln. Das Galápagos-Meeresschutzgebiet einer der wenigen Orte ist, an denen Taucher Bogenstirn-Hammerhaie in riesigen Schulen beobachten können – manchmal bis zu mehreren hundert Exemplaren auf einmal. Warum zeigen sie dieses Verhalten? Das Spannende daran ist, dass die Antwort darauf immer noch ein Rätsel ist. Du kannst die Haie am Shark Point beobachten.
Sowohl illegale als auch kommerzielle Fischerei zielen auf Bogenstirn-Hammerhaie ab, fangen sie aber auch versehentlich als Beifang. Deshalb gelten sie als gefährdet. Innerhalb des Galápagos-Meeresschutzgebiets sind Bogenstirn-Hammerhaie jedoch gesetzlich vor dem Fang geschützt.

Galápagos-Pinguin
Wenn du an Leguane, Hammerhaie und Korallenriffe denkst, sind Pinguine wahrscheinlich das Letzte, was du erwartest. Aber lass dich von der Unterwasserwelt des Galápagos-Archipels überraschen! Auf den Inseln lebt die einzige Pinguinart, die nördlich des Äquators vorkommt. Diese kleine Art ist auf den Galápagos-Inseln endemisch. Diese flinken Seevögel können Geschwindigkeiten von bis zu 35 km/h erreichen und bleiben ein Leben lang mit ihrem Partner zusammen.
Der aktuelle Bestand an Galápagos-Pinguinen wird auf nur 2.000 Vögel geschätzt. Genau wie bei den Leguanen fressen auch eingeschleppte Tiere wie Katzen und Ratten die Pinguine. Deshalb stuft die IUCN die Art als „gefährdet“ ein. Naturschützer bemühen sich jedoch, den Bestand wieder zu vergrößern. 2010 legten Forscher zusätzliche Pinguin-Nistplätze an, um die Erholung des Bestands zu unterstützen.

Galápagos-Pelzrobben
Ein auf den Galápagos-Inseln heimisches Meeressäugetier ist die Galápagos-Pelzrobbe. Sie unterscheidet sich von ihren Artgenossen, den Seelöwen, durch ihr dickes Fell. Um zu jagen, tauchen Pelzrobben nachts in Tiefen zwischen 10 m und 50 m. Manchmal überschreiten sie diese Tiefe allerdings bei Weitem. Ähnlich wie der Galápagos-Pinguin gehören die Pelzrobben auf der Insel zu den kleinsten Vertretern der Familie der Ohrenrobben.
Die El-Niño-Wetterphänomene wirken sich auf die Populationen der Galápagos-Pelzrobben aus. In der Vergangenheit führten die durch El Niño verursachten warmen Meeresgewässer zu einem Rückgang des Nahrungsangebots für diese Art. Derzeit stehen die Galápagos-Pelzrobben unter umfassendem Schutz durch das ecuadorianische Recht.

Galápagos-Hai
Trotz ihres Namens sind Galápagos-Haie keine endemische Art. Sie kommen weltweit vor. Die Art erhielt ihren Namen, weil Forscher sie erstmals im Galápagos-Meeresschutzgebiet entdeckten. Galápagos-Haie sind eine von 32 Haiarten auf den Galápagos-Inseln. Für Taucher kann es schwierig sein, diese Tiere zu identifizieren, da sie Riffhaien und Schwarzhaien ähneln. Interessanterweise haben Satellitenstudien gezeigt, dass einzelne Tiere bis auf 680 Meter abtauchen und dann aus unbekanntem Grund schnell wieder aufsteigen.
Die IUCN stuft den Galápagos-Hai als „fast bedroht“ ein. Seine einzigen bekannten Feinde sind die Fischerei, bei der die Tiere entweder gezielt gefangen werden oder als Beifang enden. Eine langsame Fortpflanzungsrate führt zu einer langsamen Erholung des Bestands. Das Fangen von Haien im Galápagos-Meeresschutzgebiet ist grundsätzlich verboten.
Ein vielfältiges, geschütztes Ökosystem
Pelzrobben, Haie und Pinguine, oh mein Gott! Das Galápagos-Meeresschutzgebiet bietet Besuchern dank seiner Artenvielfalt und der Schutzmaßnahmen unvergessliche Erlebnisse. Denk daran, rifffreundliche Sonnencreme einzupacken, befolge unsere zehn Tipps für Taucher und informiere dich über verantwortungsvollen Tourismus auf den Inseln, bevor du dich auf den Weg machst, um die Meeresfauna auf den Galápagos-Inseln zu entdecken!
In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten sind dabei ausdrücklich einbezogen, soweit es für die Aussage erforderlich ist.
